Interview mit Sebastian Seemann
„Ich bin grundsätzlich ein bedingungsloser Optimist“
Sebastian „Sebi“ Seemann (30) ist seit dem 01.07.2018 Übungsleiter der zweiten DJK-Fußballmannschaft. Im Sommer 2009 ist Seemann zur DJK Plaidt gewechselt und konnte einige Erfolge feiern. So war er am Weg der ersten Mannschaft von der D bis in die B-Klasse (2010 – 2012) maßgeblich beteiligt und half der Adler-Zwoten im Jahre 2016 zum Aufstieg in die C-Klasse. Nun also der nächste Schritt als Hauptverantwortlicher Trainer der Reserve. Für www.djkplaidt.de stand Sebi Seemann nun exklusiv Rede und Antwort:
Hi Sebi, was war der ausschlaggebende Punkt für dich, ab der kommenden Saison vom Spieler zum Trainer umzusatteln?
Die meisten Spieler habe ich bereits in Jugendmannschaften trainiert. Teilweise als Trainer oder Co-Trainer. Nachdem mir der Posten dann von Vereinsseite aus angeboten wurde gab es für mich eigentlich nicht viel zu überlegen. Ich hatte schon immer Spaß daran an der Seitenlinie zu stehen und ich hatte das Gefühl, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist die Schuhe (vorübergehend) an den Nagel zu hängen.
Die Adler-Zwote konnte nach dem Aufstieg 2016 die C-Klasse leider nicht halten. Was waren aus deiner Sicht die Hauptgründe dafür?
Ich glaube da gibt es viele Gründe. Wir waren eine ganz junge Mannschaft die zwar mit mehr oder weniger „erfahrenen“ Spieler gespickt war aber nie so richtig zusammengefunden hat. Zu Beginn der Saison fand ein großer Umbruch statt, der leider länger gedauert hat als man es vorher erwarten konnte.
Im vergangenen Jahr wurden zwei Reserveteams für die Kreisliga D gemeldet. War dies rückblickend betrachtet die richtige Entscheidung oder hätte damals schon eine Zusammenführung der beiden Mannschaften stattfinden müssen?
Ich denke, dass wir unterm Strich festhalten müssen, dass wir jedes Wochenende mindestens 33 Spieler aufs Feld schicken konnten. Wir haben natürlich Unterstützung unserer inaktiven oder alten Herren benötigt aber trotzdem sieht sich die DJK als Breitensportverein, der jedem die Möglichkeit bieten möchte Sport zu treiben. Daher sehe ich die Entscheidung weder als richtig noch als falsch. Wir haben vielmehr die Aufgabe, die wir uns selbst gestellt haben erfüllt – nämlich jedem die Chance zu geben Fußball zu spielen.
Ab der kommenden Spielzeit wird es also wieder nur eine Adler-Reserve geben. Durch die Auflösung der dritten Mannschaft steht dir nun ein großer Kader zur Verfügung. Ist dies eher ein Vor- oder ein Nachteil für die kommenden Aufgaben?
Ich bin grundsätzlich ein bedingungsloser Optimist und kann an der Kadergröße daher nichts Negatives sehen. Wir haben seit Beginn der Vorbereitung durchschnittlich 19 Trainingsteilnehmer. Das ist mehr als manche erste Mannschaft in der A-Klasse hat. Außerdem ist es immer wieder ein tolles Bild anzusehen wie sich teilweise 40 Kicker über den Sportplatz jagen lassen.
Was sind die größten Veränderungen die du eingeführt bzw. vorgenommen hast?
Das ist schwer zu beantworten. Jeder hat Dinge auf die er mehr wert legt und so ist das auch bei mir. Ich möchte das die Jungs viele Dinge spielerisch lösen und sich mehr auf Ihre fußballerischen Qualitäten verlassen, wobei das auch nur mit einer gewissen läuferischen Qualität möglich ist. Wir haben uns in den ersten beiden Wochen ein „hohe Bälle verbot“ auferlegt, was zunächst bei den Spielern und im Anschluss auch bei unseren Testspielgegnern für große Verwunderung sorgte. Außerdem versuchen wir die Kommunikation außerhalb des Sportplatzes etwas digitaler zu gestalten (Stichwort: Google Drive App).
Du hast mit Christian „Chris“ Pfeiffer und Florian „Flo“ Rollmann zwei Assistenten an deiner Seite. Wie genau sieht die Aufgabenverteilung bei euch aus?
Vorab möchte ich mich bei beiden bedanken, dass sie die Sache gemeinsam mit mir angehen. Chris und ich sind für die Trainingsgestaltung zuständig. Flo ist unsere gute Seele er unterstützt Chris und mich und ist außerdem ein sehr wichtiges Bindeglied zur Mannschaft. Ich denke wir haben da eine perfekte Symbiose. Ohne die Unterstützung der beiden wäre der Job als Trainer für mich zeitlich nicht umsetzbar.
In den bisherigen Testspielen konnte das Team, zumindest von den Ergebnissen her, noch nicht überzeugen. Woran hat es gelegen?
Ich denke die Begründung dafür findet sich in dem Wort „Testspiel“ selbst wieder. Wir probieren momentan noch viel aus und schieben die Spieler teilweise auf komplett ungewohnte Positionen. Das Verbot der hohen Bälle in jeglichen Situationen hat natürlich sein Übriges dazu getan. Wie ich bereits zu den Jungs gesagt habe sind die Ergebnisse in Testspielen komplett nebensächlich.
Was sind deine Erwartungen an die kommende Spielzeit und an deine Mannschaft?
Wenn jeder mitzieht und alles gibt bin ich schon zufrieden, unabhängig von dem was am Ende herausspringt.
Gibt es schon einen fixen Spielführer für die Zwote und/oder einen Mannschaftsrat?
Nein gibt es nicht. Wir haben zu Saisonbeginn alles auf „null“ gesetzt. Gewiss haben wir schon den ein oder anderen Spieler im Blick, aber da ist noch nichts fix. Während den Testspielen wandert die Binde immer zu Spielern, die sie noch nie tragen durften, damit ist auch immer wieder für das leibliche Wohl gesorgt.
Deine Meinung ist gefragt: Ist der Trainer Teil der Mannschaft oder ihr Chef?
Beides! Als Trainer sollte man Teil der Mannschaft sein und eine „Wir-Mentalität“ vorleben. Auf der anderen Seite müssen die Spieler auch wissen, wer das Sagen hat. Mein Wunsch oder Ziel ist, dass diese Entwicklung selbstständig wächst. Ich denke Andi Samson hat dies mit der ersten Mannschaft über die Jahre ganz gut hinbekommen.
Die Schlagzeile nach dem letzten Saisonspiel lautet…
Keine Abgänge – DJK Plaidt II setzt den eingeschlagenen Weg fort.