Norman Olck bleibt bei der DJK

Norman Olck bleibt bei der DJK

 

Wie Sascha Mölders Norman Olck zum Weitermachen bewegte – Stürmer des TSV 1860 München sorgt beim Routinier der DJK Plaidt für ein Umdenken

 

Der Kultstürmer Sascha Mölders hat mit seinen bisher 22 Saisontoren und acht Torvorlagen in der 3. Liga beim traditionsreichen Fußballverein TSV 1860 München die Chance auf den zum Aufstieg berechtigten Relegationsplatz drei aufrechterhalten. Seine Gedanken kreisen aber nicht ausschließlich nur um die 2. Bundesliga. Der 36-Jährige hat auch noch die Muße, auf Vorgänge in der Kreisliga B Mayen zu schauen. Genauer gesagt auf eine Vertragsverlängerung. Klingt auf den ersten Blick unwirklich, entspricht aber tatsächlich der Wahrheit.

Die Geschichte dahinter ist genauso kurios wie originell und endete mit dem vom B-Ligisten DJK Plaidt erhofften Ergebnis, der nun doch ein weiteres Jahr auf die Dienste seines Routiniers Norman Olck bauen kann.

Angefangen hat alles mit der Erklärung Olcks, dass die abgebrochene Spielzeit 2020/2021 gleichzeitig das Ende seiner aktiven Laufbahn bedeuten würde. Bei der DJK, die sich zum Zeitpunkt der Unterbrechung auch dank des 38-jährigen Ex-Profis Olck, der in der Saison 2004/2005 bei Waldhof Mannheim unter Vertrag stand, noch berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg ins Kreisoberhaus machen durfte, wollte man Olck jedoch unter allen Umständen für ein weiteres Jahr halten.

In Zeiten von Corona sind allerdings Einzelgespräche und jegliche Überredungstaktiken von Angesicht zu Angesicht nur schwer bis gar nicht möglich. „Norman ist eingefleischter Sechzig-Fan, besonders von Stürmer Sascha Mölders. Beide haben in ihren Mannschaften in etwa die gleiche Rolle der treffsicheren Vaterfigur und sind demnach unverzichtbar. Mit dem Wissen im Hinterkopf, habe ich einfach mal das Glück in die Hand genommen und den TSV mit der Bitte angeschrieben, ob er uns dabei helfen kann, Norman zu einem weiteren Jahr überreden zu können“, erklärt Samson.

Es dauerte nicht allzu lange, ehe sich ein Fanvertreter des Münchener Traditionsvereins meldete und sich der Sache annahm. „Danach ging es rasend schnell. Unsere Bitte wurde an Stürmer Sascha Mölders weitergeleitet, der die Idee genial fand und seine Hilfe zusagte“, berichtet Samson. Heraus kam ein sehr persönliches Schreiben von dem Kultstürmer an Olck, in dem der Kapitän der Münchner Löwen sogar weitere Parallelen zwischen den Beiden aufzeigt: „Bei uns beiden ist es wie bei einem guten Wein – auch wenn ich persönlich ein gutes Weißbier bevorzuge – je älter man wird, desto besser wird man auch.“

Der Text endet mit der Ermunterung an Olck, seinem Team treu zu bleiben und die Schuhe nach der Pandemie doch noch mal vom Nagel zu nehmen. Dieses Schreiben bekam Olck nun von seinem Sohn überreicht und konnte seinen Augen kaum trauen. „Das ist eine riesige Sache von der DJK Plaidt und Andreas, die mich natürlich ungemein gefreut hat. So bekloppt muss man erst mal sein. Und nach der Aktion war für mich schnell klar, dass ich jetzt doch noch weiter mache. Ein Jahr noch, dann ist aber wirklich Schluss“, erzählt Olck schmunzelnd.

Sein Trainer freut sich nun nicht nur über das erhoffte Ergebnis und die Vertragsverlängerung, sondern fast noch mehr über die Bereitschaft des TSV 1860 München und von Mölders: „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass der Verein oder Herr Mölders sich so um einen ihnen nicht bekannten Kreisligaverein kümmern würden. Gerade die Mühen des Fanvertreters und das sehr persönliche Schreibensprechen einfach für den durchweg positiven Eindruck, den viele in Fußball-Deutschland von Sascha Mölders und den Sechzigern haben. Vonseiten der DJK kann ich mich dafür nur bedanken. Und es ist auch vollkommen klar, dass wir jetzt alle dem TSV im Aufstiegskampf die Daumen drücken.“

 

Hier der gedruckte Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 18.05.2021: