Ein Spiel am Rande des Wahnsinns!

 

Kreisliga B Mayen – 15. Spieltag – Sonntag, 24.11.2013

Adler zeigen Moral und holen Punkt trotz 3:0-Rückstand

FSG Wierschem/Lasserg – DJK Plaidt 4:4 (3:2)

 

Münstermaifeld. Hitchcock stand Pate in einer abwechslungsreichen Partie zwischen der Plaidter DJK (4.) und der FSG Wierschem/Lasserg (12.).  Für nur 2 Euro Eintritt, sahen die Zuschauer in Münstermaifeld ein Torspektakel mit insgesamt 8 Treffern.  Dabei präsentierten sich die beiden Abwehrreihen alles andere als Sattelfest. Nach einem frühen 3:0-Rückstand drehten die Gäste aus der Pellenz das Spiel, ehe sich die Heimelf im Wechselbad der Gefühle wieder als Sieger fühlen durfte, dabei die Rechnung aber ohne DJK-Goalgetter Ralf Gräf gemacht hatte.

 

Lehmann mit Personalsorgen

Cheftrainer Thomas Lehmann musste im Vergleich zum 4:1-Heimsieg unter der Woche gegen Saffig insgesamt dreimal umstellen. Neben Lars Mattesen (Muskelfaserriss) und Kapitän Max Urmersbach (privat verhindert), fiel auch noch Abwehrspieler Tim Büchel kurzfristig mit Magen-Darm-Infekt aus. Also musste Lehmann improvisieren und so nahmen mit Andi Samson (Comeback nach monatelanger Pause), Florian Rollmann (2. Mannschaft) und Marlon Schumacher (A-Jugend) drei Spieler auf der Bank platz, die in dieser Saison kaum bis gar nicht im Kader standen. Auf dem Spielfeld trug Urgestein Jens Schommer die Binde.

Die Gäste aus Plaidt befanden sich gedanklich wohl noch auf der Anreise nach Münstermaifeld, da führte die FSG auch schon mit 3:0. David Geishecker (10., 14.) und Daniel Radke (22.) erzielten die Tore, unter freundlicher Mithilfe der Plaidter Defensive. Die Wernersecker waren vollkommen überfordert von Tempo, Zielstrebigkeit und Handlungsschnelligkeit der Schützlinge um FSG-Trainer Werner Griess-Dany.

 

Plaidt wacht erst nach zwanzig Minuten auf

„Bis zum 3:0 befanden sich unsere Jungs im kollektiven Tiefschlaf, doch dann sind sie anscheinend2013-11-24 Samson und Sachse aufgewacht“, so DJK-Co-Trainer Markus Umbscheiden. Daniel Raasch legte den Startschuss zu einer denkwürdigen Aufholjagd, die so schnell nicht in Vergessenheit gerät. Sein Freistoß von der Mittellinie segelte an Freund und Feind vorbei ins Tor. Eine Minderheit, darunter unter anderem der Unparteiische Thorsten Stappen aus Insul, ist der Meinung das DJK-Sturmtank Ralf Gräf noch mit der Fußspitze am Ball war. Sei‘s drum, 3:1 nach 23 Minuten. Die Gastgeber konnten nun die defensive Ordnung nicht mehr wirklich herstellen, und vorne fehlte die Konzentration. Keine fünf Minuten nach dem Anschlusstreffer verkürzte Plaidts agiler Spielmacher Peter Sachse mit einem Dropkick auf 3:2 (27.). Noch vor der Pause jubelten die Gästefans erneut, doch den Kopfballtreffer von Gräf erkannte der Schiedsrichter aus einem nicht erkennbaren Grund ab. So wechselten die Teams beim Stande von 3:2 die Seiten. DJK-Coach Thomas Lehmann war bedient. „Unsere schlechteste Saisonleistung hat uns hier auf die Verlierestraße gebracht. Ich bin gespannt wie sich die Jungs im zweiten Abschnitt präsentieren“, so der Trainer. (Foto: Was die Bayern können, haben wir auch drauf – zumindest neben dem Platz, dachten sich die Spaßvögel Andi Samson und Peter Sachse)

Nach dem Pausentee agierten die Gäste zielstrebiger und nutzten die Unordnung in der FSG-Abwehr einmal mehr: Wieder war es Super-Sachse, der den gegnerischen Libero hinter sich ließ, die Kugel dann zwar im Zweikampf verlor, doch durch eine ungeschickte Rettungsaktion so angeschossen wurde, dass der Ball ins Tor kullerte (60.). Der 3:3-Ausgleich nach einer Stunde. Beide Teams begegneten sich nun taktisch losgelöst mit offenem Visier.

 

Es darf nicht wahr sein – wieder ein dummes Gegentor

In der Schlussviertelstunde überschlugen sich dann die Ereignisse: Der zentrale Torschuss von FSG-Spielmacher Timo Kosack zum 4:3 aus gut 20 Metern war alles andere als unhaltbar (75.). Das sah auch DJK-Keeper Jens Schommer kurz nach dem Schlusspfiff so: „Den Gegentreffer muss ich wohl auf meine Kappe nehmen, dafür bekomm ich jetzt auf die Nuss.“ Die DJK lag am Boden, stand aber wieder auf. Zehn Minuten vor Spielende schnappte sich Gräf den Ball in der gegnerischen Hälfte, demonstrierte seine tolle Technik und tanzte spielfreudig durch die Abwehrreihen der Wierschem/Lasserger. Sein Schuss mit der Picke landete flach im kurzen Eck. 4:4-Ausgleich, 79. Spielminute. In der Schlussminute folgte dann sogar der vermeintliche Siegtreffer für die Adlerträger. Doch Schiedsrichter Stappen verweigerte wiederrum die Anerkennung. Was war geschehen? Ein langer Ball segelt in den FSG-Strafraum auf den Fuß von Peter Sachse, welcher nicht im Abseits stand und das Spielgerät zum 5:4 in die Maschen jagt (89.). Trotzdem entschied Stappen auf Abseits gegen die DJK, obwohl Gräf deutlich signalisiert, dass er nicht zum Ball geht und auch den FSG-Torwart nicht irritierte. Dann war Schluss!

 

Fazit:

Plaidts Geschäftsführer Holger Krämer gab nach der Partie zu Protokoll: „Die Aberkennung des Siegtreffers ist natürlich ärgerlich. Trotzdem müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir in der Defensive zu viele Fehler gemacht haben und uns deshalb den Sieg auch nicht unbedingt verdient haben. Zu Ehrenrettung bleibt festzuhalten, dass drei Spiele in einer Woche, zumindest für einen Amateur-Fußballer, schon heftig sind. Wenn man dann noch 0:3 nach 20 Minuten hinten liegt  und trotzdem am Ende dem Dreier näher ist, dann gleicht das schon einer Mammutleistung. Wir können mit dem Punkt sicher besser leben als die Heimelf. Immerhin bleiben wir Vierter und haben nach wie vor 11 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.“

 

Kader DJK Plaidt: Jens Schommer (C), Lukas Wilhelmy, Dominic Kohnz, Steven Lehmann, Kevin Neumann, Ralf Gräf, Samuel Forment-Queralt, Martin Paffhausen, Daniel Raasch, Chrisitan Dewald, Peter Sachse; Andi Samson, Florian Rollmann, Marlon Schumacher.