Neuer Kunstrasenplatz hat braune Streifen
Ortsgemeinde Plaidt arbeitet mit Hersteller an Beseitigung des optischen Mangels – Offizielle Eröffnung verschoben
Plaidt. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Das spürt Plaidts Ortsbürgermeister Wilhelm Anheier gerade sehr deutlich. Grund dafür ist der neue Kunstrasensportplatz in Plaidt. Der strahlt nämlich nicht im schönsten, künstlichen Grün, sondern hat braune Streifen. Und zu allem Überfluss liegt er nicht versteckt im Wald, wo das nur den Spielern und den Besuchern auffällt, sondern an einer viel befahrenen Landstraße.
„Wässert mal euren Rasen“ oder „Gebt ihm mal ein bisschen Dünger“, solche Sprüche darf sich Anheier jetzt zuhauf anhören. „Wir könnten den auch einfach als Naturrasen verkaufen“, sagt er und lacht, auch wenn ihm eigentlich nicht danach ist. Denn die Geschichte ist natürlich für die Ortsgemeinde, den Hersteller und die beteiligten Vereine mehr als ärgerlich. Aber immerhin etwas Trost gibt es, das Ganze ist eine rein optische Geschichte. „Die Spielfreigabe haben wir erhalten“, sagt Anheier. Die ersten Spiele fanden bereits auf dem neuen Kunstrasen statt, und die Spieler seien zufrieden gewesen. Am Dienstagabend trainierten dort zahlreiche Kindermannschaften, die sich auch nicht an den Streifen störten. Der Hersteller gehe sehr offen mit dem Mangel um, erzählt der Ortsvorsteher. Er habe so etwas bisher auch noch nicht gehabt, es habe wohl etwas mit der Produktion der Farbe nicht geklappt. Das Unternehmen ist bei der Auftragsvergabe nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach von der Ortsgemeinde aufgestellten Qualitätskriterien ausgewählt worden, betont Anheier. Das Problem sei, wenn der Hersteller jetzt nur die braunen Stellen austausche, dann sei das Grün dieser Stellen garantiert anders als das Grün, das schon seit rund drei Monaten in Plaidt in der Sonne liegt – damit wäre der Kunstrasen dann grün gefleckt statt grün-braun gefleckt.
Wie es jetzt weitergehen soll, wird gerade mit dem Hersteller und den Gremien der Ortsgemeinde abgestimmt, sagt Anheier. Ein neuer Rasen müsste erst produziert werden und hätte einige Wochen Lieferzeit.
Die geplante offizielle Eröffnung Mitte August ist jetzt erst einmal gecancelt, bis klar ist, wann der neue Kunstrasen in einem einheitlichen Grün strahlt. Derweil gehen aber die Arbeiten rund um den Platz weiter. Dort packen die Plaidter Sportvereine ordentlich mit an. „Die haben 1200 Quadratmeter Pflaster mit Unterstützung der Gemeindemitarbeiter verlegt“, erzählt Anheier. Auch die alte Tribüne ist erneuert worden, dafür hat die Ortsgemeinde noch Winkelsteine und Pflaster gekauft. „Das war Wunsch der Vereine.“ Die Stufen sind jetzt deutlich breiter.
Auch die rund 330 Meter Barrieren sind erneuert worden. Noch stehen zwei Bagger am Platz, denn Mutterboden muss noch verteilt und Gras gesät werden. Auch der Ballfangzaun hinter dem einen Tor soll noch in Eigenleistung installiert werden. „Die Vereinsarbeit war bisher super und super schnell“, zeigt sich Anheier zumindest von diesem Teil des neuen Sportplatzes sehr angetan.
Yvonne Stock / Rhein-Zeitung vom Donnerstag, 30. Juli 2015