Holger Krämer: „Wir sind da ganz realistisch“
Interview: Abteilungsleiter spricht vor dem Saisonstart über die aktuelle Stimmungslage bei den Plaidter Adlern!
Seit Sommer 2003 ist Holger Krämer bei der DJK Plaidt aktiv und hat alle Höhen und Tiefen der letzten zehn Jahre miterlebt. Bei der Jahreshauptversammlung 2007 wurde er zum Geschäftsführer der Fußballabteilung gewählt und im laufenden Jahr schließlich zum Abteilungsleiter. Im Interview spricht der 32-Jährige über seine Hoffnungen und Erwartungen für die anstehende Saison.
Vor dem Ligastart hat man den Eindruck, es herrscht Aufbruchsstimmung bei der DJK. Empfinden Sie das auch so?
Wir sind im Vorjahr Elfter geworden und haben unser Ziel, den Klassenerhalt, erreicht. Die sportlichen Resultate haben also gestimmt. Was etwas anders ist, ohne Zweifel, ist die Art der Führung. Aber wenn die Stimmung gut ist, hat das nicht gleich Auswirkungen auf die Leistung. Aus der wirklich harmonischen Atmosphäre kann man nicht zwingend ableiten, dass sich der sportliche Erfolg einstellt.
Was erhoffen Sie sich von der kommenden Saison?
Die Messlatte ist das Abschneiden der vergangenen Jahre. Ich bin ganz stark an der Realität orientiert. Wir müssen einfach anerkennen, dass es für die vordersten Plätze noch nicht reicht. Dafür muss man kein Prophet sein. Dahinter bewegen sich sechs bis acht Vereine, die alle hoffen, dass das Pendel nach oben ausschlägt. Es kann aber genauso gut in die andere Richtung laufen. Für uns zählt deshalb zunächst nur der Klassenerhalt, wir sind da ganz realistisch.
Einige Spieler haben gesagt, sie möchten ein wenig träumen. Die Fans träumen mit. Sie auch?
Nicht alles, was ich mir wünsche, muss ich auch aussprechen. Dazu lasse ich mich nicht hinreißen. Ich versuche, das Ganze immer neutral zu analysieren, weil ich glaube, dass dies der richtige und beste Weg für die DJK ist. Damit bin ich all die Jahre gut gefahren. Ich freue mich natürlich über die aufkommende Euphorie innerhalb der Mannschaft und im Umfeld des Vereins.
Wie nah sind Sie an der ersten Mannschaft und wie ist allgemein die Stimmungslage im Lager der Plaidter Adler?
Ich muss gestehen das ich nicht mehr alles mitbekomme was bei der ersten Mannschaft so abgeht. Aber das muss ich auch gar nicht. Solange alles rund läuft bin ich zufrieden. Natürlich sollen die Jungs auch Spaß haben und dürfen am Wochenende auch mal über die Stränge schlagen. Es muss halt alles im Rahmen bleiben. Wir geben aktuell ein ordentliches Bild nach außen ab und so soll es auch bleiben.
Wo Sie es ansprechen, die Öffentlichkeitsarbeit ist ein Aushängeschild der DJK-Senioren. Darauf legen Sie großen Wert, oder?
So ist es. Ich denke es ist das A und O jedes Sportvereines, die Fans auf dem Laufenden zu halten. Stellen Sie sich mal vor, wir würden keine Ergebnisse veröffentlichen, keine Spielberichte schreiben oder Plakate verteilen. Wer würde sich dann noch für uns interessieren? Wir müssen in dieser Hinsicht revolutionär denken und weiter am Ball bleiben. Die Sportwoche war das beste Beispiel dafür. Hier haben wir unsere Fans auf dem Laufenden gehalten und bekamen dadurch ein positives Feedback in Form von Zuschauerzahlen.
Sind Sie zufrieden mit dem Verlauf der ersten DJK-Sportwoche seit rund 10 Jahren und der Vorbereitung auf die neue Spielzeit?
Absolut. Nicht nur zufrieden, ich bin begeistert. Alle Personen mit denen ich gesprochen habe hatten viel Freude an der Sportwoche, egal ob auf oder neben dem Platz. Vielen Dank nochmal an alle Helfer für die tatkräftige Unterstützung. Das allerwichtigste ist jedoch, dass sich niemand ernsthaft verletzt hat. Auch wenn die sportlichen Ergebnisse der DJK bzw. JSG-Teams ausbaufähig sind, muss man den Testspiel-Charakter hervorheben und entsprechend würdigen. Gerade im Seniorenbereich haben wir in diesem Sommer einen krassen Altersschnitt vollzogen, da muss erstmal ein Rad ins Andere greifen. Es geht nicht immer direkt von 0 auf 100. Deshalb konnten wir die Spiele nutzen um einige Dinge zu testen und kleinere Fehler abzustellen. Die Sportwoche war in dieser Hinsicht ein voller Erfolg für die Plaidter Adler und absolut wiederholungswürdig.
Die Generalprobe für die erste Mannschaft im Pokal ist mit 3:4 verloren gegangen. Was erwarten Sie von den kommenden Spielen in der Liga?
Ich habe am vergangenen Samstag nur die zweite Hälfte gegen Wassenach live mitverfolgt. Da haben wir guten Fußball gespielt und, zumindest in dieser Halbzeit, mit 3:1 gewonnen. Natürlich muss unser Team die Leistung auch über 90 Minuten abrufen, sonst wird es gegen jeden Gegner in der Liga schwer zu gewinnen. Wir haben ein strammes Auftaktprogramm, da kann es durchaus sein das wir die ersten drei Spiele verlieren. Wichtig ist, dass wir dann ruhig weiter arbeiten und keine Hektik aufkommt. Je länger wir auf unserem neuen Kunstrasenplatz trainieren und spielen, umso besser werden wir in die Saison finden. Das Trainerteam hat dahingehend mein vollstes Vertrauen. Wie ich zuvor schon gesagt habe, wir sind da ganz realistisch und lassen uns nicht verrückt machen.